Frühstück in Wittenberge, und weiter gehts.
Der nächste Tag hat uns durchgängigen Gegenwind beschert und war daher deutlich anstrengender als üblich.
Die Elbe wirkt in diesem Bereich ziemlich naturbelassen. Darauf weisen auch viele Hinweistafeln hin.
Menschliche Hinterlassenschaften stehen etwas verloren rum...
...oder verschanzen sich hinter Mauern.
Wir sahen mehrere Störche, sowohl auf naturbelassenen Wiesen als auch auf menschengemachten Schornsteinen und Strommasten.
In einem Dorf namens Rühstedt haben die Vögel wirklich jede erhöhte Fläche besetzt. In keiner deutschen Ortschaft brüten so viele Storchenpaare wie hier.
Deswegen nennt sich die Ortschaft Storchendorf. Und das zu Recht.
Mit Storchen-Informationszentrum, Storch-Souvenirladen und Gasthaus Zum Storchenhof ist das Dorf touristisch erschlossen.
Mittlerweile gehören beide Ufer der Elbe zu Sachsen-Anhalt.
Das nächste Ziel ist Havelberg. Da kommt die Havel angeflossen und mündet in die Elbe. Die Havel ist der längste rechte Nebenfluss der Elbe und bringt eine Menge Wasser aus Berlin.
Wir sind den gesamten Elberadweg in umgekehrter Richtung gefahren, von der Mündung bis zur Quelle. All unsere Abenteuer auf dem langen Weg sind hier niedergeschrieben.
Erster Tag, hier beginnen (danach zum Weiterlesen immer unten links auf "Neuerer Post" klicken):
Freitag, 3. April 2009
Mittwoch, 1. April 2009
Von Lenzen nach Wittenberge
Und immer noch überall Hochwasser... ist die Elbe jetzt eigentlich links oder rechts?
Na, Hauptsache, der Radweg wird nicht geflutet. Danach sah es bis dahin aber noch nicht aus.
Nun ist die Elbe die Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt, der ehemalige Eiserne Vorhang verabschiedet sich bei Schnackenburg.
Den Weg weisen solche Fahrradschilder. Dank ihnen konnten wir an jeder Kreuzung gucken, wie weit es noch zum Zielort ist. Grobe Orientierung bietet ein verschnörkeltes kleines e, das Symbol für den deutschen Elberadweg.
Oder aber man orientiert sich anhand der Kilometerschilder am Ufer. Die geben an, wie lange es noch bis zur Mündung ist, also, was wir schon geschafft haben.
Eine Möglichkeit, Hochwasser sinnvoll zu nutzen, ist der Bau von Schiffchen aus angeschwemmten Materialien.
Zum Glück sind noch nicht alle Bäume vom Wasser umschlossen.
Leider haben wir zu spät daran gedacht, diese Unke zu fragen, ob wir das Bild veröffentlichen dürfen.
Dasselbe gilt für diesen Schwan. Der ist gleich wieder weggeflogen.
Durch ein paar verlassene Dörfer führte die Strecke dann weiter nach Wittenberge, eine nicht so spektakuläre Stadt. (Nicht zu verwechseln mit Lutherstadt Wittenberg. Bis dahin dauerts noch etwas.) Der Sage nach stand dort mal eine Burg, die von einem betrogenen Liebhaber abgebrannt wurde. Später wurde eine Altstadt in Form eines Schiffes auf Schwemmsand errichtet. Im 20. Jahrhundert wurde Wittenberge für seine Nähmaschinen bekannt.
Wir haben keine Fotos gemacht. Ich kann mich auch kaum noch an die Stadt erinnern, außer dass sie recht eng war. Jedenfalls war unsere Unterkunft eng.
Von Dömitz nach Lenzen
Im Frühling 2009 haben wir eine Woche lang mit der Elbe weitergemacht. Insgesamt war das unsere kürzeste Radtour, aber dafür ging es ja nur wenige Monate später schon wieder weiter.
Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, an der Dömitzer Festung in Mecklenburg.
Hier ist die Elbe für einige Kilometer exakt die Grenze zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, danach zwischen Niedersachsen und Brandenburg.
Bei Dömitz mündet ein Fluss in die Elbe, der ganz ähnlich heißt - die Elde, die Wasser aus der Mecklenburgischen Seenplatte herantransportiert.
Die folgende Landschaft nennt sich Lenzener Wische und besteht aus Auwäldern.
Im Frühling muss man sich keine Sorgen machen, dass man zu weit weg von der Elbe abschweift. Das Wasser tritt über die Ufer, prüft mal wieder nach, ob die Deiche noch halten, und bleibt einem immer dicht auf den Fersen.
Auch den Dörfern rückt es ziemlich auf die Pelle,...
...ebenso wie diesem Sensenmann.
Hier befindet sich der Böse Ort. Das ist eine schwer schiffbare Stelle, an der die Elbe im Winkel von fast 90 Grad von Nordwesten nach Südwesten abknickt.
Als erstes übernachteten wir in Lenzen. Dort steht eine schneeweiße Burg, eigentlich schon ein Schloss. Slawen haben sie im 12. Jahrhundert erbaut. Damals war sie vermutlich noch nicht so weiß und blitzsauber.
Wer als Kind zum ersten Mal in einem Schloss übernachtet, erlebt aufregende Dinge, an die er sich auch viele Jahre später erinnern kann. (Echt jetzt.) Dazu zählen makellos weiße Wände, aggressiv fauchende Klospülungen und eine Lampe, die angeht, wenn man nur den Sockel berührt.
Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, an der Dömitzer Festung in Mecklenburg.
Hier ist die Elbe für einige Kilometer exakt die Grenze zwischen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, danach zwischen Niedersachsen und Brandenburg.
Bei Dömitz mündet ein Fluss in die Elbe, der ganz ähnlich heißt - die Elde, die Wasser aus der Mecklenburgischen Seenplatte herantransportiert.
Die folgende Landschaft nennt sich Lenzener Wische und besteht aus Auwäldern.
Im Frühling muss man sich keine Sorgen machen, dass man zu weit weg von der Elbe abschweift. Das Wasser tritt über die Ufer, prüft mal wieder nach, ob die Deiche noch halten, und bleibt einem immer dicht auf den Fersen.
Auch den Dörfern rückt es ziemlich auf die Pelle,...
...ebenso wie diesem Sensenmann.
Hier befindet sich der Böse Ort. Das ist eine schwer schiffbare Stelle, an der die Elbe im Winkel von fast 90 Grad von Nordwesten nach Südwesten abknickt.
Als erstes übernachteten wir in Lenzen. Dort steht eine schneeweiße Burg, eigentlich schon ein Schloss. Slawen haben sie im 12. Jahrhundert erbaut. Damals war sie vermutlich noch nicht so weiß und blitzsauber.
Wer als Kind zum ersten Mal in einem Schloss übernachtet, erlebt aufregende Dinge, an die er sich auch viele Jahre später erinnern kann. (Echt jetzt.) Dazu zählen makellos weiße Wände, aggressiv fauchende Klospülungen und eine Lampe, die angeht, wenn man nur den Sockel berührt.
Montag, 7. Juli 2008
Von Bitter nach Dömitz
Eigentlich wollten wir im Sommer 2008 bis nach Wittenberge, aber wegen Hitze, Mücken- und Bremsenstichen haben wir schließlich etwas früher aufgehört.
Es war sogar so heiß, dass manche Familienmitgleider oberkörperfrei fuhren. (Also, männliche Familienmitglieder.) Der Sonnencremeverbrauch stieg immens. Der asphaltierte Radweg wurde eine weißglühende Fläche. (Glauben Sie mir nicht? Gucken Sie sich das Foto an!)
Diese Badestelle erwies sich aufgrund des öligen Wassers leider als nicht den Ansprüchen genügend.
Der Fischbrunnen auf dem Marktplatz von Hitzacker dagegen schon.
Hitzacker besteht aus einer rosaroten Fachwerk-Altstadt, die vom Fluss Jeetzel umflossen wird.
In Hitzacker wechselten wir wieder mal das Ufer, diesmal via Fähre.
Dieser düstere Durchgang...
...führt in die Festung von Dömitz. Hier, im südlichsten Ort Mecklenburgs, steht die einzige erhaltene Renaissance-Festung in Norddeutschland. Sie hat fünf Ecken und wird deshalb auch Pentagon an der Elbe genannt. (Vorher gab es schon eine Slawenburg, die war natürlich wie üblich rund.) Genutzt wurde sie zum Beispiel im Dreißigjährigen Krieg oder während der Napoleon-Kriege.
Wer auf der Radtour unartig war, wird nun eingekerkert.
Und das war unser erster Radurlaub. Insgesamt hat das doch alles ziemlich gut geklappt und deswegen haben wir im nächsten Jahr dann auch weitergemacht.
Sonntag, 6. Juli 2008
Von Lauenburg nach Bitter
Lauenburg war der letzte Ort in Schleswig-Holstein. Ab heute verläuft der Europa-Radweg Eiserner Vorhang auf dem Elberadweg. Die Grenze zwischen MV und Niedersachsen liegt heute ein bisschen weiter nördlich. Die Dörfer hier gehörten nämlich eigentlich zu Lüneburg und wurden von den Alliierten eigetauscht, nach der Wende wollten sie (wie so viele Bürger) lieber zurück in den Westen.
Die Elbe war schon oft eine Grenze: zwischen den Slawen und dem Römischen Reich, später dann dem Reich von Karl dem Großen oder zwischen den grauschwarzen Nebelkrähen (Ost) und den schwarzen Rabenkrähen (West). Doch die grenzwertigste Zeit war zweifellos der Kalte Krieg, als die Elbe die Grenze zwischen Deutschland und Deutschland war. BRD-Bürger hatten einen Fluss mit nur einem Ufer, DDR-Bürger hatten gar keins, weil der Zaun dazwischen war.
Ursprünglich hatten sich die Alliierten entschieden, die gesamte Elbe solle zum Westblock gehören. Aber dann praktizierten sie es doch so, dass die Grenze genau in der Mitte verlaufen sollte. Das führte immer wieder zu Streit, denn der Pegel der Elbe scherte sich nicht um menschliche Grenzen. Er verschob den Sand und damit die Fahrrinne für Schiffe nach Lust und Laune mal in den kommunistischen und mal in den kapitalistischen Bereich. Die Wessis durften auch mit Sportbooten auf der Elbe fahren.
Der kalte Kampf der Wirtschaftssysteme ist ein Grund, warum die Elbe so viel natürlicher ist als die anderen großen Flüsse Mitteleuropas. Der andere Grund ist, dass die Deutschen in den 1920ern anders als die Tschechen keine Stauwehre reingebaut haben, weil sie nicht das Geld dafür hatten.
2011 wurde die Elbe zur Nebenwasserstraße runtergelevelt, damit die Natur auf diesem hohen Level bleibt.
In dieser Gegend haben alle Häuser Angst vor der Elbe und verstecken sich ängstlich hinterm Deich. Von dort aus lugen sie vorsichtig zwischen Bäumen hindurch.
Wenn die nächste Sturmflut kommt, kriegen es die Störche auf ihrem Ausguck zuerst mit.
Zwischen Deich und Flussbett ist noch genug Platz, wo sich der Fluss gegebenenfalls so richtig austoben kann.
In Bleckede stehen die Türme und Gräben eines Elbschlosses aus dem 13. Jahrhundert. Im Schlossmuseum haben wir uns das Infozentrum zum Biosphärenreservat Elbe angesehen. Vor allem haben wir dort Bilder von Wasservögeln abgepaust, weil die so lustig aussehen.
Auf einer Pause schöpften wir Wasser aus diesem Boot. Leider war es angekettet, sonst hätten wir es gerne ausprobiert.
Und so lagen wir nach 50 am Zielort herum. Übrigens auf dem asphaltierten Radweg und nicht auf einer weichen Wiese, auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht.
Diesmal übernachteten wir in Bitter in einer Bett-and-Bike-Ferienwohnung.
Die liegt auch in einem dieser ängstlichen Häuser. Im oberen Schlafzimmer entdeckten wir ein Foto, auf dem zu sehen war, wie das Wasser bei einer Flut tatsächlich fast den Radweg oben auf dem Deich erreicht.
Samstag, 5. Juli 2008
Von Hamburg nach Lauenburg
Die Elbe hat zwar kein Delta an der Mündung, aber dafür ein Binnendelta. Da hat man den Hamburger Hafen reingebaut.
Der besteht aus vielen verschiedenen Hafenbecken. Manche wurden nach den Nebenflüssen der Elbe benannt, von denen die Schiffe kommen (Moldauhafen, Saalehafen, Travehafen usw.)
An der Norderelbe stehen ein paar Kilometer Flussradweg zur Verfügung - inklusive Betonmauer und rostigen Leitern, falls Lust auf ein spontanes illegales Flussbad aufkommen sollte.
Am mittleren Arm stehen lauter moderne Gebäude.
In der Nähe befindet sich das Goldene Haus. Ein Künstler hat dieses Mietshaus vergoldet. Es steht im nicht unbedingt reichen Stadtteil Veddel und fand bei den Anwohnern nicht unbedingt reichen Zuspruch.
Eine Straße mit Radweg folgt dem Südufer der Elbe, da gibts allerdings viel Verkehr und nicht viel zu sehen. Auf dem Weg befindet sich ein norddeutsches Blumengeschäft, das vom Sturm überrascht wurde.
Hier fließen die Norderelbe und Süderelbe wieder zusammen, damit wäre das Binnendelta zu Ende.
Außerdem kommen noch drei Flüsse aus der Lüneburger Heide dazu: Die kurze, seltsame Seeve, die längere ländliche Luhe und die überlange, urbane Ilmenau. Die technischen Mündungen bestehen aus Deichen und Sperrwerken und verraten nichts über die außergewöhnliche Landschaft, aus der die Nebenflüsse kommen.
...und ein bisschen herumklettern.
Dieses Foto zeigt eine gefundene Raupe und einen gekauften Mentos.
Nach einer Weile kamen wir dann irgendwo nördlich der Elbe raus. Mensch, ist die Elbe schon schmal! Da sieht man ja richtig, was auf der anderen Seite ist (nämlich auch Wald)!
Ab dem Stauwehr bei Geesthacht wird die Elbe nicht mehr von den Gezeiten beeinflusst. Damit endet offiziell die Unterelbe und die Mittelelbe beginnt.
Manchmal lässt es sich doch nicht vermeiden, auf Straßen zu fahren.
In Altengamme erfuhren wir von einem Stein, dass das Wetter wieder auf unserer Seite stand. Toll! So ein Ding müssen wir auch haben! Wo bekommt man bloß so einen Wetterstein her? Vielleicht klauen?
Mit weiteren Trinkpausen haben wir die fast 60 Kilometer lange Tagesetappe bewältigt. Das war unser Rekord, nicht nur auf dieser Tour, sondern auch lange Zeit danach. Profiradler werden darüber schmunzeln, aber wir sind ja nur Urlauber. Und gerade für einen Sechs- und einen Zehnjährigen ist das schon bemerkenswert.
Und schließlich sind wir ziemlich erschöpft in Lauenburg angekommen. Dort zweigt die Kanal-Trave am Hafen ab und führt nach Lübeck.
Lauenburg ist schön. Also wirklich ungeheuer schön. Da gibt es ungeheuer schöne Straßen,...
...ungeheuer schöne Kirchen,...
...ungeheuer schöne Fassaden,...
...ungeheuer schöne Türen,...
...und ein ungeheuer schönes Hotel namens Kapitänshaus...
...mit ungeheuer weichen Betten.
Wir haben damals lieber den Weg am Nordufer gewählt. Nach dem Gewühle der Großstadt sind wir erstmal so richtig in die Natur geflohen. Zuerst durch Kleingärten, und dann in einen Wald. Der erste Wald auf der Tour bescherte uns zugleich die ersten Steigungen. Dafür konnten wir solche Fotos mit Bäumen schießen...
...und ein bisschen herumklettern.
Dieses Foto zeigt eine gefundene Raupe und einen gekauften Mentos.
Ab dem Stauwehr bei Geesthacht wird die Elbe nicht mehr von den Gezeiten beeinflusst. Damit endet offiziell die Unterelbe und die Mittelelbe beginnt.
Manchmal lässt es sich doch nicht vermeiden, auf Straßen zu fahren.
In Altengamme erfuhren wir von einem Stein, dass das Wetter wieder auf unserer Seite stand. Toll! So ein Ding müssen wir auch haben! Wo bekommt man bloß so einen Wetterstein her? Vielleicht klauen?
Mit weiteren Trinkpausen haben wir die fast 60 Kilometer lange Tagesetappe bewältigt. Das war unser Rekord, nicht nur auf dieser Tour, sondern auch lange Zeit danach. Profiradler werden darüber schmunzeln, aber wir sind ja nur Urlauber. Und gerade für einen Sechs- und einen Zehnjährigen ist das schon bemerkenswert.
Und schließlich sind wir ziemlich erschöpft in Lauenburg angekommen. Dort zweigt die Kanal-Trave am Hafen ab und führt nach Lübeck.
Lauenburg ist schön. Also wirklich ungeheuer schön. Da gibt es ungeheuer schöne Straßen,...
...ungeheuer schöne Kirchen,...
...ungeheuer schöne Fassaden,...
...ungeheuer schöne Türen,...
...und ein ungeheuer schönes Hotel namens Kapitänshaus...
...mit ungeheuer weichen Betten.
Eigentlich war das Kapitänshaus nur ein Notbehelf, weil uns die ursprünglich geplante Unterkunft (die erst hinter Lauenburg lag) abgesagt hat. Null bis eine "gescheiterte" Unterkunft pro Tour ist allgemein unser Durchschnitt. Die Alternativen stellen sich häufig sogar als besonders schön heraus.
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